
Die Jungs von Method sind diese Woche nicht nur auf der Dreamhack, sondern einer von ihnen hatte sogar Zeit sich unseren Fragen zu stellen. Natürlich wären wir nicht WoWSzene, wenn wir nicht einen ganz besonderen Spieler für unser Interview hätten gewinnen können. Denn für dieses Nachgehakt-Interview stand niemand geringeres als der deutsche Schamane Barrelroller von der Gilde Method bereit, um all unsere Fragen zu beantworten. Da Barrelroller auch ein ehemaliges Mitglied der deutschen Vorzeigegilde For the Horde ist, habe ich die Gelegenheit genutzt, um ihm Fragen über seinen Gildenwechsel und die Unterschiede zwischen den zwei Gilden zu stellen.
Laut WoWProgress stand Method nach dem Tier 13 Progress-Rennen weltweit auf dem 5. Platz der 25er-Gilden und innerhalb Europas sogar auf dem 2. Platz. Viel Spaß beim Interview!

Hallo Barrelroll, kannst du dich bitte kurz unserer Community vorstellen?
Ich heiße Alex, bin 24 Jahre alt und wohne in der Nähe von München. World of Warcraft spiele ich schon seit Release, aber mit dem “Progressraiden” habe ich erst im Dezember 2009 begonnen, als mein Schamane “Barrelroll” das Licht der Welt (von Azeroth) erblickt hat. Vor dieser Zeit war ich eher der Gelegenheits-World of Warcraft Spieler. In Kontakt mit “Hardcore-Raiding” kam ich zum ersten mal auf der Gamescom 2008, wo ich den FTH-Liveraid angeschaut habe. Ich war so fasziniert davon, dass ich mir selber gesagt habe “Ich will dort auch eines Tages sitzen”.
Und wie jeder weiß, werden zum Anfang jedes Addons die Karten neu gemischt (Leute hören auf/wollen eine andere Klasse spielen etc.). So sah ich meine Chance mich bei For the Horde zu bewerben, weil sie während des T11 Contents Wiederherstellungs-Schamanen suchten. Im Jahr 2010 habe ich dann das geschafft, was ich mir 2008 mir vorgenommen habe: Liveraid mit For the Horde auf der Gamescom:

(von links nach rechts: Greatschock, Drno, Barrelroll)
Jetzt im Jahr 2012 kam dann der Wechsel zu der international erfolgreichen Gilde Method, was persönliche Interessen als Hintergrund hatte, auf die ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen möchte. Hier spiele ich weiterhin meinen Wiederherstellungsschamanen “Barrelroller” und versuche meine Probezeit erfolgreich abzusitzen.
Erzähl uns doch bitte ein wenig über deine erste Zeit bei Method!
Im Prinzip ist jede Progress-Gilde gleich. Sie unterscheiden sich lediglich im organisatorischen Bereich (Gildenleitung & Offiziere). Meine erste Zeit bei Method war sehr angenehm. Die Leute sind alle sehr aufgeschlossen und empfangen Trials durchgehend nett. Als ich dann meinen ersten Raid hatte, war ich sehr aufgeregt. Erstens war es eine neue Gilde und zweitens war es Neuland für mich während des Raids nicht in meiner Muttersprache sprechen zu können.
Ich hatte zwar wie die meisten Englisch in der Schule aber permanent Englisch sprechen zu müssen und nicht auf Deutsch ausweichen zu können war am Anfang sehr ungewohnt. Inzwischen habe ich mich jedoch daran gewöhnt und habe auch Spaß daran unsere Griechen auf Englisch zu trollen. Jedenfalls ist nach den ersten Raids die Aufregung verflogen und ich fühle mich sicher und wohl bei Method.
Was müssen Leute mitbringen, um sich bei einer Gilde wie Method zu bewerben?
Abgesehen vom Offensichtlichen (gute Ausrüstung, Erfahrung mit dem eigenen Charakter und High Level Raiding) sollte man immer den Willen haben nicht nur gut, sondern der Beste in seinem Feld zu sein. Method vereint die besten Spieler Europas und strebt in jedem Content aufs Neue an ganz oben zu stehen. Das erfordert eine Menge Engagement von jedem einzelnen Spieler um schließlich als Gilde das Optimum leisten zu können. Die Leute dort sind aber auch nur Menschen, wie das folgende Video zeigt…
Was macht dich persönlich zu einem guten Spieler?
Gute Spieler sollten versuchen nicht nur in den Raids anwesend zu sein und gut zu spielen. Raiden fängt schon außerhalb von WoW an: In Form von Theorie (bezüglich der eigenen Klasse und der Bosse), Planung und Organisation. Ich versuche dies so gut es geht umzusetzen und ich finde es gelingt mir ganz gut!
Welcher ist dein Lieblingsraid bzw. hast du einen Lieblingsboss?
Am meisten Spaß gemacht hat mir der allererste Cataclysm-Content, die Bosse waren durchgehend gut designed und hatten einen angenehmen Schwierigkeitsgrad.
Firelands und Dragon Soul fand ich verhältnisweise langweilig, abgesehen von Ragnaros, der unheimlich viel Spaß gemacht hat.
Was denkst du über Dragon Soul im Allgemeinen? War die Instanz zu langweilig; was hätte Blizzard besser machen können?
Mir hat die Instanz nicht wirklich zugesagt, die ersten Bosse waren meiner Meinung nach zu einfach und Spine of Deathwing (Rückgrat von Todesschwinge) hatte dann plötzlich nichts mehr mit spielerischem Können zu tun, sondern erforderte lediglich eine unangebrachte Menge an Planung, Zeit und Organisation. Spieler mussten so schnell wie möglich bestimmte Klassen organisieren (hauptsächlich Schurken und Magier) und Ausrüstung farmen. Dieses Konzept sagt mir persönlich nicht zu, Bosse sollten hauptsächlich spielerisches Können abverlangen anstatt eine Anhäufung bestimmter Klassen vorauszusetzen.
Wie bewertest du LFR bzw. LFD und wie haben diese Systeme deiner Meinung nach das Spiel verändert?
Für mich als Raider hat es das Spiel nicht wirklich beeinflusst, da ich ohnehin jede Instanz von innen gesehen habe, ich finde das Konzept jedoch sehr gut, da so auch Spieler ohne Gilde oder Ambitionen ernsthaft zu raiden das Spiel komplett erleben können.
Ab und zu trifft man mich jedoch auch im LFR an, sei es nur zum Spaß mit Freunden oder um sich für den Raid aufzuwärmen. Auch wenn der Start des LFR für Progressraider teilweise negativ behaftet war (Stichwort: Blizzards Bannhammer), hat sich Blizzard da etwas sehr gutes einfallen lassen. Eventuell hätten sie den Raidfinder jedoch nicht direkt vor dem “Progress-Race” rausbringen sollen, da es dem Kopf-an-Kopf Rennen der Top-Gilden meiner Meinung nach zu viele Zufallsfaktoren hinzugefügt hat. Wer anfangs Glück im LFR hatte, stand deutlich besser da als unglücklichere Kontrahenten und das war von Blizzard nicht ideal gelöst.
Wie bewertest du MoP bisher und auf welche neuen Features freust du dich am meisten?
Um ehrlich zu sein habe ich noch nicht viel Beta gespielt. Abseits des Raidens unternehme ich nicht viel in WoW und die neuen Schlachtzugsinstanzen sind ja leider noch nicht zugänglich. Ich habe jedoch bereits einen Level 90 Schamanen auf der Beta und habe mir einige Dungeons angesehen und bisher gefällt mir was ich sehe. Ob Blizzard den Nagel auf den Kopf getroffen hat, wird sich jedoch erst zeigen, sobald die Testraids losgehen.
Was hältst du vom neuen Talentsystem?
Ich bin noch etwas skeptisch, ich habe das Gefühl dass einige Talente für mich als Raider schlicht irrelevant sein werden. Vielleicht haben die Entwickler aber auch noch diabolische Pläne für die neuen Raidbosse, so dass man doch etwas mit der Talentverteilung tricksen muss…
Was machst du während der Zeit bis MoP bzw. dem nächsten Progressrennen? Welche anderen Spiele spielst du neben WoW?
Also momentan habe ich Besuch von einigen Freunden (unter anderem auch Method Mitglieder) und wir machen eine LAN-Party! Ansonsten verbringe ich meine Zeit mit Dota2, League of Legends oder genieße einfach das gute Wetter.
Was würdest du unseren Lesern mit auf den Weg geben? Noch einige Grüße?
Es ist die Zeit des E-Sports und je mehr Leute sich dafür begeistern, desto größer werden Events wie die Gamescom, also scheut euch nicht euch für euer Hobby zu engagieren!
Ansonsten könnt ihr euch auf www.Methodwow.com über mich bzw. Method informieren. Dort findet ihr Livestreams, ein angeregtes Forum, sowie jede Menge Informationen zu unseren Raids und unseren Plänen zu MoP! Abschließend möchte ich natürlich noch meine Nerds grüßen: Varia, Nagura, Fred, Günther, Zedh, Kalyn (FtH), meine Method-Kollegen und jeden, der mich sonst kennt.
Grüße Alex (Barrelroll)

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2 Antworten zu Nachgehakt bei Barrelroller von Method
Oh das mal nen netter Artikel . Hat mir sehr gut gefalle. Auch die Videos pasten gut dazu ^^ Danek für die Arbeit weiter so das sommerloch ist bald vorbei ^^
Danke @norenred!